REPORTAGE / ESSAY

„Gottfried, der Habenichts“

Autor: Jan Grossarth / Fotos: Henning Bode / Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gottfried Stollwerk ist Selbstversorger: Auf zehn Hektar Land produziert er alles, was er zum Leben braucht. Seine Nachbarn halten ihn für weltfremd. Er aber findet, die Welt habe sich ihm entfremdet – und sieht die Zukunft in handgemähtem Heu.

Gottfried steht im Gras, wetzt seine Sense alle zwei, drei Minuten, weil die Maulwurfshügel sie abstumpfen. 40 Tage Mahd hat er jetzt hinter sich, 200 Stunden Arbeit. 15 Tage Heuernte liegen noch vor ihm, bis eine Wiese abgeerntet ist, die nicht einmal einen Hektar groß ist. Im Gras stehen Gänsedisteln, Ampfer, Weidelgras, Frauenmantel, Löwenzahn, Weißklee, Wiesenschwingel. Seine Kühe, sagt Stollwerk, seien wohl die einzigen in Deutschland, die nur handgeerntetes Heu fräßen. Er sieht seine Wirtschaftsweise als Modell für die Zukunft. (…) Den ganzen Artikel lesen Sie auf www.faz.net

 

 

„Souris, eine Stadt sieht rot.“

Autor: Ulf Schubert / Fotos: Henning Bode / Magazin: mare

Souris, auf Prince Edward Island im Osten Kanadas, ist die Lobstermetropole des Landes. 20 Prozent des Kanadischen Hummers stammen aus den hiesigen Gewässern. Doch die Zeiten des Rotgoldrauschs sind vorbei. Die Hummerpreise falen – die Kosten für Boote und Benzin steigen. Die Fischer leben in der Zange. Szenen eines beklemmenden Alltags.

(…) Die Beerdigung ist in einer Stunde, um elf. Der Friedhof liegt an einem Abhang. Weiße Kreuze und Grabsteine stehen auf dem Rasen. Gegenstände in Miniatur zeigen, womit sich die Toten im Leben beschäftigt haben. Hummerfallen, Boote, Bü­cher, Hockeyschläger oder Traktoren. Vor der Beerdigung mäht ein Mann noch schnell den Rasen. Mit hoher Geschwindigkeit fährt er den Traktor über die Gräber. Manchmal knallt er mit dem Mähwerk gegen ein weißes Kreuz oder einen Grabstein. Der Mann bleibt stehen, schaltet den Motor aus. Er hat einen dicken Bauch, seine Ohren bedecken dicke Ohrenschützer, die aussehen wie Kopfhörer. Er sagt: „Hallo, ich bin Charles, Charles Dunthy.“ Grashaufen fallen aus dem Mähwerk. Radiomusik er­tönt aus den Ohrenschützern. „Da ist auch ein MP3-Player drin, den nutze ich aber nie. Gleich geht es hier los. Der gute Mann ist jetzt hin. Ich muss mich beeilen.“ Am Nachmittag liegen auf dem Grab Anker und Fischerboot, aus vielen Blumen geformt. (…) Den ganzen Artikel lesen Sie auf www.mare.de